Lehrplan Informatik Oberstufe nach Bundesland

lehrplan informatik oberstufe
Bundesland Veröffentlichungsstelle und Zugang Dokumentbezeichnung Planning use
Bayern Staatsinstitut für Schulqualität und Bildungsforschung München (ISB) Lehrpläne Fachlehrplan Informatik beim ISB suchen, nicht im Ministeriumsauftritt
Niedersachsen CuVo-Datenbank (NLQ) Kerncurricula, Rahmenrichtlinien, Curriculare Vorgaben In der Datenbank alle drei Dokumenttypen prüfen
Hessen Homepage des Hessischen Kultusministeriums Lehrpläne und Curriculare Vorgaben Beide Bezeichnungen bei der Suche berücksichtigen
Nordrhein-Westfalen Lehrplannavigator (QUA-LiS NRW) Lehrpläne Über den Navigator nach Fach und Schulform filtern
Berlin Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Familie Rahmenlehrpläne (Download) Nach dem Begriff Rahmenlehrplan suchen und die Datei speichern
Rheinland-Pfalz Bildungsserver-Datenbank, filterbar nach Stichwort, Schulart oder Fach Lehrpläne Filter Fach und Schulart kombinieren, um die Treffer einzugrenzen

Die Zugangswege stammen aus der Lehrplanübersicht der Kultusministerkonferenz, die den Stand Oktober 2026 trägt.

Den Lehrplan Informatik Oberstufe veröffentlicht jedes Bundesland über eine eigene Stelle. Am schnellsten führt der Weg über diese Landesstelle, danach klären Lehrkräfte Dokumenttyp und Fassung, bevor sie planen.

Den größeren Zusammenhang von Fachinhalten und Kursorganisation behandelt der Überblick zum informatikunterricht oberstufe. Dieser Beitrag beschränkt sich auf die Frage, wo die verbindlichen Vorgaben stehen und wie sie sich nutzen lassen.

Zuständigkeit und Quelle klären

Die Länder legen ihre Lehrpläne selbst vor, und schon der Weg zum Dokument unterscheidet sich deutlich. Der Begriff Kultusministerium ist dabei nur ein Teil des Bildes: Hessen veröffentlicht Lehrpläne und Curriculare Vorgaben auf der Homepage des Hessischen Kultusministeriums. In Bayern liegen die Lehrpläne dagegen beim Staatsinstitut für Schulqualität und Bildungsforschung München, in Berlin bietet die Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Familie die Rahmenlehrpläne zum Download an.

Nordrhein-Westfalen und Niedersachsen arbeiten mit Suchwerkzeugen. Der Lehrplannavigator von QUA-LiS NRW führt zu den nordrhein-westfälischen Lehrplänen. In Niedersachsen erscheinen Kerncurricula, Rahmenrichtlinien und Curriculare Vorgaben in der CuVo-Datenbank. Rheinland-Pfalz stellt seine Lehrpläne über eine Datenbank des Bildungsservers bereit, die sich nach Stichwort, Schulart oder Fach filtern lässt.

Die Konsequenz für die Praxis: Wer das Land wechselt oder Material aus einem anderen Land übernimmt, sollte nie vom eigenen Suchbegriff ausgehen. Ein Treffer unter Lehrplan ist in Berlin ein Rahmenlehrplan und in Niedersachsen womöglich ein Kerncurriculum. Als verbindlich gilt allein das Dokument der zuständigen Landesstelle.

Programmcode am Bildschirm als Sinnbild praktischer Programmierarbeit; das Foto zeigt keinen Schulunterricht.

Aktuelle Fassung finden und sichern

Als Einstieg eignet sich die KMK-Übersicht, weil sie alle Länder an einer Stelle bündelt und den Stand Oktober 2026 ausweist. Von dort geht es in vier Schritten zum Dokument.

  1. Land auswählen: In der KMK-Übersicht den Eintrag des eigenen Bundeslandes öffnen.
  2. Zur Landesstelle wechseln: Dem Verweis zur Veröffentlichungsstelle folgen, etwa zum ISB, zur CuVo-Datenbank oder zum Lehrplannavigator.
  3. Fach und Schulstufe eingrenzen: Informatik und die gymnasiale Oberstufe beziehungsweise Sekundarstufe II wählen. Wo die Datenbank Filter bietet, Fach und Schulart kombinieren.
  4. Dokument ablegen: Datei herunterladen und Titel, Dokumenttyp und die im Dokument genannte Gültigkeit notieren, damit spätere Änderungen nachvollziehbar bleiben.

Vor dem Planungsstart lohnt ein Abgleich: Stimmt die Bezeichnung auf dem Titelblatt mit der Bezeichnung auf der Landesseite überein, ist die richtige Fassung gefunden. Die Gültigkeitsjahre nennt das jeweilige Dokument selbst, und sie sind der verlässlichste Anhaltspunkt dafür, welcher Jahrgang nach welcher Fassung unterrichtet wird.

Fachliteratur und Ordner zur Unterrichtsplanung; Material wird erst nach dem Abgleich mit dem Landesdokument ausgewählt (Symbolbild).

Bayern und Niedersachsen im Vergleich

Bayern und Niedersachsen unterscheiden sich zunächst in Herausgeber, Dokumentform und Zugang. Wie stark sie sich inhaltlich unterscheiden, zeigt erst der Blick in die Originaldokumente beider Länder.

Bayern: Lehrpläne beim ISB

Bayerische Lehrpläne veröffentlicht das Staatsinstitut für Schulqualität und Bildungsforschung München. Das österreichische Portal ahs-informatik listet zusätzlich die bayerischen Informatiklehrpläne für die 6.-8. Klasse und für die 5. Klasse (9. Jg.) sowie einen Vergleich der Lernbereiche Bayern – Österreich. Das Portal ist eine Sekundärquelle und ersetzt nicht das ISB-Dokument, taugt aber als Orientierung darüber, wie der bayerische Informatiklehrplan in Lernbereiche gegliedert ist.

Niedersachsen: Kerncurricula in der CuVo-Datenbank

Niedersachsen veröffentlicht Kerncurricula, Rahmenrichtlinien und Curriculare Vorgaben über die CuVo-Datenbank des NLQ. Die Vorgaben erscheinen also nicht unter einer einzigen Bezeichnung. Wer nur nach dem Wort Lehrplan sucht, übersieht deshalb leicht das einschlägige Kerncurriculum.

Was sich daraus ableiten lässt

  • Suchlogik: Bayern verlangt den Weg über die Institutsseite, Niedersachsen den Weg über die Datenbank mit mehreren Dokumenttypen.
  • Dokumentbezeichnung: Bayern spricht in der Übersicht von Lehrplänen, Niedersachsen von drei unterschiedlichen Vorgabentypen.
  • Inhaltlicher Vergleich: Er gelingt nur Dokument gegen Dokument, am besten anhand der Gliederung der Inhaltsbereiche und der Hinweise für die Oberstufe.

Wer an einer Schule im Grenzgebiet beider Länder arbeitet oder den Wechsel einer Lerngruppe begleitet, sollte beide Originaldokumente nebeneinanderlegen und nicht auf Zusammenfassungen vertrauen.

Inhalte der Oberstufen-Lehrpläne einordnen

Welche Inhalte der Informatik-Lehrplan in der Oberstufe vorschreibt, entscheidet jedes Land in seinem eigenen Dokument. Deshalb lässt sich keine einheitliche Themenliste für alle Länder angeben, ohne Vorgaben zu vermischen.

Praktisch hilft ein einfaches Vorgehen: Zuerst im Inhaltsverzeichnis den Abschnitt für Informatik in der Sekundarstufe II suchen, dann prüfen, ob verbindliche und freiwillige Inhalte getrennt aufgeführt sind, und erst danach die Themen in die Planung übernehmen. In Hessen und Niedersachsen kommen zu den Lehrplänen Curriculare Vorgaben hinzu, sodass beide Dokumente zusammen zu lesen sind. In Berlin sind es die Rahmenlehrpläne, die die Senatsverwaltung zum Download anbietet.

Wer Abiturthemen aus dem Lehrplan ableiten möchte, findet Anschlussüberlegungen bei den informatik abitur themen. Auch dort bleibt der Lehrplan des eigenen Landes der Maßstab.

Lehrplan in die Jahresplanung übertragen

Aus dem gesicherten Dokument wird ein Jahresplan, wenn die Vorgaben Schritt für Schritt auf die Halbjahre verteilt werden. Dabei zählt vor allem, die verbindlichen Teile zuerst festzulegen und Gestaltungsspielraum erst danach zu füllen.

Symbolbild: Eine farbig markierte Zeile steht für das Festhalten wichtiger Stellen im heruntergeladenen Dokument.
  1. Verbindliches markieren: Pflichtinhalte im Dokument farbig kennzeichnen und von Hinweisen und Beispielen trennen.
  2. Inhalte sortieren: Die markierten Themen in eine sinnvolle Reihenfolge bringen, die auf dem Vorwissen der Lerngruppe aufbaut.
  3. Prüfungsbezug klären: Prüfen, welche Inhalte für Klausuren und die Abiturprüfung eine Rolle spielen.
  4. Fassung dokumentieren: Dokumenttitel und Gültigkeitsangabe im Plan vermerken, damit Fachkonferenz und Nachfolger die Grundlage kennen.
Eine gelb hinterlegte Zeile auf gedrucktem Text: So lassen sich verbindliche Inhalte im Lehrplan von Hinweisen trennen (Symbolbild, kein Informatiklehrplan).

Für Schülerinnen und Schüler, die Informatik über die Schule hinaus weiterverfolgen, ergänzt der Beitrag zu informatik studieren voraussetzungen die Perspektive der Hochschulen. Der Lehrplan bleibt dabei die Grundlage dessen, was im Unterricht tatsächlich behandelt wird.

Vom Lehrplan zum Unterricht

Erst bei der Auswahl von Material zeigt sich, ob die Planung trägt. Lehrbücher, Aufgabensammlungen und Programmierumgebungen sollten den Vorgaben des eigenen Landes folgen und nicht umgekehrt.

Ein praktischer Abgleich besteht darin, jedes geplante Thema mit der Stelle im Lehrplan zu verknüpfen, an der es verlangt wird. Fehlt diese Stelle, handelt es sich um eine Vertiefung, nicht um Pflichtstoff. Das entlastet die Fachkonferenz bei der Frage, was gekürzt werden kann, wenn Unterricht ausfällt.

Frequently asked questions

Wie aktuell ist die KMK-Übersicht der Lehrpläne?

Die Übersicht trägt den Stand Oktober 2026. Sie verweist auf die Landesstellen, deren Dokumente maßgeblich bleiben; die Fassung wird dort gegengeprüft.

Ist das Portal ahs-informatik ein offizieller Lehrplan?

Nein. Das österreichische Portal listet bayerische Informatiklehrpläne und einen Vergleich der Lernbereiche Bayern – Österreich als Orientierung. Verbindlich ist das Dokument des Landes.

Unter welchem Begriff suche ich in Berlin?

Die Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Familie bietet Rahmenlehrpläne zum Download an. Für die Suche eignet sich daher dieser Begriff.

Darf ich den Lehrplan eines anderen Bundeslandes als Ergänzung nutzen?

Als Vergleich und Anregung ja. Für Unterricht und Prüfung zählen jedoch die Vorgaben des eigenen Landes.