| Symptom | Erste Maßnahme | Planungsnutzen |
|---|---|---|
| Der Aufgabentext ist lang und unübersichtlich | Nomen und Verben in zwei Farben markieren | Nomen liefern Kandidaten für Entitätstypen, Verben für Beziehungen |
| Unklar, ob ein Begriff Entität oder Attribut ist | Prüfen, ob der Begriff selbst Eigenschaften besitzt | Begriffe mit eigenen Eigenschaften werden Rechtecke, einfache Eigenschaften werden Ellipsen |
| Entitätstypen stehen nebeneinander, hängen aber fachlich zusammen | Das passende Verb als Raute dazwischen setzen | Die Raute macht die Verbindung benennbar und lesbar |
| Einzelne Datensätze lassen sich nicht eindeutig unterscheiden | Ein Schlüsselattribut bestimmen und unterstreichen | Der unterstrichene Name kennzeichnet den Schlüssel |
| Das Diagramm ist überladen | Attribute in eine begleitende Liste auslagern | Chen-Diagramme lassen Attribute häufig weg, damit die Struktur sichtbar bleibt |
| Jedes Objekt muss an einer Beziehung teilnehmen | Die Verbindungslinie doppelt zeichnen | Die Doppellinie hält die Teilnahmepflicht fest |
Die Symbolzuordnung in der Tabelle folgt der Beschreibung der Chen-Notation bei ConceptDraw.
Ein ER Modell erstellen gelingt in festen Schritten: Anforderungen sammeln, Entitäten und Attribute finden, Beziehungen festlegen, Schlüssel markieren und in Chen-Notation zeichnen. Nötig sind nur ein kurzer Aufgabentext und Stift oder Zeichenprogramm.
Das Modell ist der Entwurf vor der Umsetzung. Wer den größeren Zusammenhang sucht, findet ihn beim Thema datenbanken lernen. Wohin der Entwurf später führt, klärt die Frage was ist eine relationale datenbank.
Begriffe vorab: Entität, Attribut und Beziehung
Ein ER-Modell beschreibt, welche Dinge eine Datenbank speichern soll und wie diese Dinge zusammenhängen. Das zugehörige Diagramm ist laut ConceptDraw eine visuelle Darstellung von Entitäten und Beziehungen. Wer Entität, Attribut und Beziehung sicher trennt, spart sich später die meisten Umbauten.
- Entität: ein einzelnes, unterscheidbares Objekt der Aufgabe, etwa eine bestimmte Schülerin oder ein bestimmtes Buch.
- Entitätstyp: die Zusammenfassung gleichartiger Entitäten unter einem Namen, zum Beispiel „Schüler“ oder „Buch“. Im Diagramm steht stets der Typ, nicht das Einzelobjekt. ConceptDraw spricht hier von Entitätsmengen und zeichnet sie als Rechtecke.
- Attribut: eine Eigenschaft eines Entitätstyps oder einer Beziehung, etwa Titel oder Name. Attribute erscheinen als Ellipsen, die per Linie mit der zugehörigen Entität oder Beziehung verbunden sind.
- Beziehung: der Zusammenhang zwischen Entitätstypen, etwa „leiht aus“. Chen zeichnet Beziehungen als Rauten.
Die Unterscheidung zwischen Entität und Attribut entscheidet sich an einer einfachen Frage: Hat der Begriff selbst Eigenschaften, die gespeichert werden sollen? Wenn ja, ist er ein Entitätstyp. Wenn er nur etwas über einen anderen Begriff aussagt, ist er ein Attribut. Als Nächstes braucht das Modell eine Grundlage, aus der sich diese Begriffe ableiten lassen.
Anforderungen sammeln
Am Anfang steht eine klare Aufgabenbeschreibung in ganzen Sätzen. Für ein Schulbibliotheksprojekt wären das Aussagen darüber, wer Bücher ausleihen darf, was über ein Buch bekannt sein muss und was bei einer Ausleihe festgehalten wird. Jeder Satz sollte genau einen Sachverhalt tragen, denn so lässt sich später jeder Satz einem Diagrammteil zuordnen.
- Unklare Formulierung: Sätze wie „Es gibt Medien“ sind zu vage. Konkretisieren, welche Medien gemeint sind und was darüber gespeichert wird.
- Zu viel auf einmal: Der Aufgabentext nennt Nebensächliches. Streichen, was keine speicherbare Information ist, und nur behalten, was die Datenbank später beantworten soll.
- Fehlende Abgrenzung: Es ist offen, was zum Modell gehört. Eine kurze Liste notieren, was bewusst nicht modelliert wird.

Mit dieser Liste lässt sich im nächsten Schritt arbeiten, ohne ständig im Aufgabentext zu suchen.
Entitäten und Attribute finden
Aus den Anforderungen entstehen zuerst die Entitätstypen, danach ihre Attribute. Die Reihenfolge ist sinnvoll, weil sich Eigenschaften nur zuordnen lassen, wenn der Träger schon feststeht. Zum Sortieren eignen sich Haftnotizen: je Begriff eine Notiz, dann in Gruppen ordnen. Aus den Gruppen ergeben sich Rechtecke, deren Eigenschaften als Ellipsen folgen.
Entitätstypen bestimmen
Markierte Nomen aus dem Text sind Kandidaten. Behalten wird, was mehrfach vorkommt und eigene Eigenschaften hat. Im Bibliotheksbeispiel liegen „Schüler“ und „Buch“ nahe. Ob „Ausleihe“ ein eigener Entitätstyp oder nur eine Beziehung ist, hängt davon ab, ob zur Ausleihe selbst Daten gespeichert werden sollen.
Attribute zuordnen
Jedes Attribut gehört an einen Träger. Taucht dieselbe Eigenschaft bei mehreren Begriffen auf, ist meist ein gemeinsamer Entitätstyp übersehen worden. Danach wird je Entitätstyp ein Schlüsselattribut gewählt. Es muss die einzelnen Entitäten eindeutig unterscheiden und wird im Diagramm unterstrichen.
- Symptom: Alles wirkt wie ein Attribut. Prüfen, welche Begriffe eigene Eigenschaften tragen, und diese als Rechtecke abtrennen.
- Symptom: Zu viele Rechtecke. Begriffe, die nur einen einfachen Wert beschreiben, wieder zu Attributen herabstufen.
- Symptom: Kein eindeutiger Schlüssel. Ein zusätzliches, eigens vergebenes Kennzeichen als Attribut ergänzen und unterstreichen.

Beziehungen festlegen
Beziehungen entstehen aus den Verben der Aufgabe. Jede Beziehung verbindet Entitätstypen und trägt als Namen ein Verb oder eine kurze Verbalphrase, die sich in beide Richtungen lesen lässt, zum Beispiel „Schüler leiht Buch aus“. Wenn sich ein Satz nur schwer in dieser Form lesen lässt, ist die Beziehung meist falsch benannt oder gehört zu einem anderen Entitätstyp.

Auch Beziehungen können Attribute tragen. Ein Datum gehört zur Ausleihe, nicht allein zum Schüler oder zum Buch, und wird deshalb mit der Raute verbunden. Wichtig ist dabei die Regel aus der Chen-Notation: Ein Attribut hängt an einer einzigen Stelle des Diagramms.
Wie viele Objekte auf jeder Seite beteiligt sein dürfen, ist eine eigene Frage. Sie wird im Beitrag kardinalitäten er modell ausführlich behandelt. Für ein erstes lesbares Diagramm genügt es, die Verbindungen richtig zu benennen.
Das Diagramm in Chen-Notation zeichnen
Wer ein ER-Diagramm in Chen-Notation zeichnen will, braucht nur wenige Grundformen. Rechtecke stehen für Entitätstypen, Rauten für Beziehungen und Ellipsen für Attribute. Zuerst werden die Rechtecke verteilt, dann die Rauten zwischen ihnen platziert und zuletzt die Ellipsen um ihre Träger gelegt. Linien verbinden jede Ellipse mit genau einem Rechteck oder einer Raute.
Zusatzsymbole für Schlüssel und Bedingungen
Nach dem Grundgerüst folgen die Kennzeichnungen. Laut der Beschreibung der Chen-Notation gilt:
- Unterstrichener Attributname: Das Attribut ist ein Schlüssel.
- Doppellinie: Sie kennzeichnet eine Teilnahmepflicht, also dass jede Entität an der Beziehung teilnimmt.
- Pfeil vom Entitätstyp zur Beziehung: Er steht für eine Schlüsselbedingung.
- Dicke Linie: Sie vereint beide Bedingungen und steht für Bijektivität.
Für den Einstieg reichen Rechtecke, Rauten, Ellipsen und unterstrichene Schlüssel. Die zusätzlichen Linienarten lohnen sich, sobald die Aufgabe ausdrücklich Pflichtteilnahme oder eindeutige Zuordnungen verlangt.
Von Hand oder am Bildschirm
Die erste Fassung gehört auf Papier oder an die Tafel, weil dort Umbauen nichts kostet. Erst wenn Entitätstypen und Beziehungen stabil sind, lohnt die saubere Version in einem Zeichenprogramm. Dort bleiben die Linien gerade, und Änderungen verschieben nicht das ganze Layout. Wer Rechtecke und Rauten in einem Editor nur bedienen muss, kann sich auf den Inhalt konzentrieren.

Typische Fehler vor der Abgabe prüfen
Vor der Abgabe lohnt ein Abgleich zwischen Diagramm und Aufgabentext. Jeder Satz der Anforderungen sollte sich einem Rechteck, einer Raute oder einer Ellipse zuordnen lassen, und umgekehrt sollte kein Symbol ohne Grundlage im Text stehen.
- Symptom: Eine Ellipse hängt an zwei Stellen. Das Attribut gehört nur an eine Stelle. Zuordnung entscheiden oder einen eigenen Entitätstyp bilden.
- Symptom: Rechtecke ohne Verbindung. Entweder fehlt eine Beziehung, oder der Entitätstyp gehört nicht in dieses Modell.
- Symptom: Rauten tragen Substantive. Den Namen in ein Verb umformulieren, sonst bleibt unklar, was die Verbindung bedeutet.
- Symptom: Kein Schlüssel erkennbar. Pro Entitätstyp ein Attribut bestimmen und unterstreichen.
- Symptom: Das Blatt ist voll und unlesbar. Attribute getrennt auflisten und im Diagramm nur die Struktur zeigen.
Frequently asked questions
| Frage | Antwort |
|---|---|
| Wie viele Symbole stellt die Chen-Notation bereit? | Die ERD-Bibliothek der Chen-Notation bei ConceptDraw enthält 13 Symbole, darunter schwache Entität, Teilnahme, Schlüsselattribut und abgeleitetes Attribut. |
| Kann ein Attribut zu mehreren Entitäten gehören? | Nein. Ein Attribut wird als Ellipse mit genau einer Entität oder Beziehung verbunden. Brauchen mehrere Entitätstypen dieselbe Eigenschaft, erhält jeder seine eigene Ellipse. |
| Ist ein ER-Diagramm dasselbe wie ein ER-Modell? | Das Diagramm ist die visuelle Darstellung der Entitäten und Beziehungen. Das Modell umfasst den gedanklichen Entwurf, den das Diagramm zeigt. |
| Wann ist das ER-Modell fertig? | Wenn jede Anforderung durch einen Entitätstyp, ein Attribut oder eine Beziehung abgedeckt ist und jeder Entitätstyp einen unterstrichenen Schlüssel besitzt. |


