| Situation | Baustein | Nutzen für die Planung |
|---|---|---|
| Ziele und Inhalte sind noch offen | Fundamentale Ideen, Kompetenzorientierung, Fehlvorstellungen | Hilft bei der Auswahl und Gewichtung der Inhalte, bevor eine Stunde ausgearbeitet wird. |
| Eine einzelne Stunde braucht einen Entwurf | Phasenmodell mit durchgängigem Beispiel, Fachliteratur zur Planung | Verbindet Ziel, Aufgabe, Sozialform und Sicherung zu einem nachvollziehbaren Verlauf. |
| Programmieranfänger sitzen im Kurs | PRIMM, TIPP & SEE, Unplugged, Partnerarbeit | Senkt die Einstiegshürde und macht Denkfehler früh sichtbar. |
| Lernstände liegen auseinander | Individuelle Rückmeldung, abgestufte Aufgaben | Lässt Zeit für Beratung am Bildschirm, statt alle im gleichen Tempo zu führen. |
| Vertiefende Lektüre wird gesucht | Lehrbücher und Bildungsstandards | Gibt Orientierung, welche Standardwerke zur Didaktik der Informatik vorliegen. |
Die Bausteine stammen aus den Forschungsthemen auf informatikdidaktik.de und der Themenübersicht der Fachdidaktik-Seite von berufsinformatik.de; die Zuordnung zu Situationen ist eine Planungshilfe.
Wer Didaktik Informatikunterricht praktisch anwenden will, beginnt bei Zielen, typischen Fehlvorstellungen und der Wahl der Methode. Danach folgt der Stundenentwurf.
Der Überblick ordnet die Bausteine nach Situationen im Alltag der Oberstufe. Den Rahmen für den gesamten Kurs beschreibt der Beitrag zum informatikunterricht oberstufe.
Wenn Ziele und Inhalte noch offen sind
Vor dem ersten Entwurf entscheidet sich, was überhaupt unterrichtet wird. Drei Gedanken der Fachdidaktik helfen dabei, ohne dass sie sich widersprechen: fundamentale Ideen, Kompetenzen und die Vorstellungen der Lernenden.
Fundamentale Ideen als Auswahlprinzip
Das älteste und bekannteste Prinzip stammt von J. S. Bruner. Er formulierte im Jahr 1960 das didaktische Prinzip, den Unterricht an den fundamentalen Ideen der Wissenschaft auszurichten, wie die Forschungsseite von informatikdidaktik.de festhält. Für die Praxis heißt das: Eine Reihe wird um wenige tragfähige Ideen herum aufgebaut, etwa Algorithmen oder Modellierung, statt um eine Sprache oder ein Werkzeug. Das Prinzip passt für Lehrkräfte, die Inhalte kürzen müssen, und es schützt davor, Syntaxdetails zum Unterrichtsziel zu machen.

Kompetenzorientierung und Bildungsstandards
Kompetenzorientierung verschiebt die Frage vom Stoff zur Handlung: Was sollen Lernende am Ende können? Die Fachdidaktik-Übersicht von berufsinformatik.de führt dazu Themen wie „Informatik-Bildungsstandards und Kompetenzen“ und ein „Kompetenzmodell zu Algorithmen“ auf. Die Seite ordnet ihre Beiträge außerdem unter anderem den Kategorien Gesellschaft für Informatik und Sekundarstufe II zu. Wer Lernziele als beobachtbare Tätigkeiten formuliert, etwa einen Algorithmus entwerfen, ausführen oder prüfen, kann Aufgaben und Rückmeldung später direkt darauf beziehen.

Fehlvorstellungen einplanen
Menschen bilden laut informatikdidaktik.de für viele Sachverhalte intuitive Modelle, die oft falsch sind. Solche Fehlvorstellungen verschwinden nicht durch eine gute Erklärung, sondern müssen sichtbar werden. Planen Sie deshalb in jeder Stunde eine Stelle ein, an der Lernende ihre Annahme äußern oder vorhersagen, bevor der Rechner das Ergebnis zeigt. Das gilt besonders für Themen, die sich nicht aus dem Alltag ableiten lassen.

Wenn eine einzelne Stunde geplant werden soll
Ein Unterrichtsentwurf in der Informatik muss Ziel, Aufgabe und Sicherung so verbinden, dass die Lehrkraft jederzeit weiß, warum ein Schritt folgt. Dieses Vorgehen beantwortet die Frage, wie sich eine Informatikstunde in der Oberstufe planen lässt, ohne an ein festes Formular gebunden zu sein.

Durchgängiges Beispiel für einen Entwurf
Das folgende Beispiel ist ein Vorschlag, kein Standard. Angenommen, das Thema der Stunde sind Wiederholungen in Programmen.
- Ziel: Die Lernenden erkennen, dass sich wiederkehrende Abläufe in einer Schleife zusammenfassen lassen, und wenden das in einem eigenen Programm an.
- Einstieg: Eine Aufgabe mit java kara lässt die Lernenden zuerst Schritt für Schritt vorhersagen, was passiert. So werden Annahmen sichtbar, bevor Code entsteht.
- Erarbeitung: Die Lernenden lösen eine Folgeaufgabe in Partnerarbeit und vergleichen ihre Lösungen.
- Sicherung: Ein Struktogramm an der Tafel hält fest, wie sich der Ablauf strukturiert. Es dient als gemeinsame Sprache für den Rest der Reihe.
- Rückmeldung: Die Lehrkraft berät einzelne Lernende am Bildschirm und fasst typische Fehler am Ende gemeinsam zusammen.
Dieselbe Abfolge lässt sich auf andere Themen übertragen, sobald Ziel und Sicherung festliegen.
Fachliteratur zur Stundenplanung
Für den Entwurf lohnt sich ein Blick in ein Planungsbuch. Die Fachdidaktik-Seite von berufsinformatik.de nennt „Informatikunterricht planen und durchführen“ bei Springer und beschreibt es seit der ersten Auflage im Jahr 2007 als erste Empfehlung. Genannt wird dort zuletzt die Ausgabe von Hartmann, Näf und Reichert aus dem Jahr 2026. Das Buch eignet sich für Lehrkräfte, die einen Entwurf nicht neu erfinden, sondern an etablierten Planungsschritten ausrichten möchten.

Ob der Kurs später als informatik leistungskurs oder grundkurs geführt wird, gehört zu den Rahmenbedingungen, die vor der Reihenplanung geklärt werden sollten.
Wenn Programmieranfänger im Kurs sitzen
Anfänger brauchen Methoden, die Lesen, Verstehen und Schreiben von Code trennen. Die Auswahl hängt davon ab, ob zunächst Begriffe, Ablauflogik oder die Syntax im Weg stehen.

PRIMM und TIPP & SEE
Die Übersicht auf berufsinformatik.de führt PRIMM und die TIPP-&-SEE-Strategie als Unterstützungsstrategien beim Programmierenlernen. Beide zielen darauf, fremden Code zuerst zu lesen und zu deuten, bevor eigener Code entsteht. Sie passen zu Kursen, in denen Lernende schnell eigene Programme schreiben wollen, aber an einfachen Abläufen scheitern. Wer sofort frei programmieren lässt, verschenkt dagegen die Chance, Fehlvorstellungen vorab zu klären.
Unplugged-Aktivitäten ohne Rechner
Computer Science Unplugged ist auf der Fachdidaktik-Seite von berufsinformatik.de als Thema genannt. Gemeint sind Aktivitäten ohne Computer, etwa das Sortieren von Karten, um einen Algorithmus körperlich nachzuvollziehen. Das eignet sich als Einstieg, wenn der Algorithmusbegriff geklärt werden soll, bevor Syntax stört. Es ersetzt aber nicht das Programmieren am Rechner, sondern bereitet es vor.
Partnerarbeit am Rechner
Beim Pair Programming teilen sich Lernende einen Rechner und sprechen über jeden Schritt. Das macht Annahmen hörbar und gibt der Lehrkraft Anknüpfungspunkte für Nachfragen. Es funktioniert am besten mit klar begrenzten Aufgaben, bei denen beide etwas beitragen können.
Wenn Lernstände auseinanderliegen
In der Sekundarstufe II mischen sich Lernende mit und ohne Vorerfahrung. Individuelle Rückmeldung wirkt hier stärker als eine zusätzliche Erklärung für alle.
Rückmeldung am Bildschirm
Planen Sie Arbeitsphasen so, dass die Lehrkraft Zeit zum Beraten hat. Eine kurze Rückfrage, was der Lernende erwartet hat, deckt Fehlvorstellungen schneller auf als eine Korrektur des Codes. Wiederkehrende Fehler gehören danach in eine gemeinsame Sicherung.
Abgestufte Aufgaben
Für unterschiedliche Lernstände helfen Aufgaben mit gemeinsamem Kern und optionaler Erweiterung. Wer früh fertig ist, vertieft; wer länger braucht, bleibt beim Kern. So bleibt die Sicherung für alle gültig.
Wenn vertiefende Lektüre gesucht wird
Für die Grundlagen der Fachdidaktik gibt es deutschsprachige Standardwerke. Die Liste auf berufsinformatik.de nennt „Didaktik der Informatik“ von Schubert und Schwill aus dem Jahr 2011 bei Springer. Dazu kommt das gleichnamige Werk von Modrow und Strecker bei De Gruyter aus dem Jahr 2016, das dort als jüngster deutschsprachiger Überblick geführt wird. Zum Einstieg in die Planung eignet sich das oben genannte Buch, für die Theorie eher die beiden Überblickswerke.
Frequently asked questions
| Frage | Antwort |
|---|---|
| Was untersucht die Didaktik der Informatik? | Sie befasst sich mit dem Lehren und Lernen des Fachs. Die Forschungsseite von informatikdidaktik.de nennt etwa didaktische Prinzipien, Fehlvorstellungen der Lernenden und Kreativität. |
| Welche Zugänge zur Kreativität unterscheidet die Forschung? | Laut informatikdidaktik.de lassen sich drei Zugänge finden: die kreative Person, der kreative Prozess und das kreative Produkt. |
| Wo lassen sich Bildungsstandards und Kompetenzen nachlesen? | Die Fachdidaktik-Übersicht von berufsinformatik.de führt „Informatik-Bildungsstandards und Kompetenzen“ als eigenes Thema, ebenso didaktische Leitlinien des Faches Informatik. |



