Programmieren mit Kara


Ein spielerischer Zugang zur Informatik


Als unzweifelhaft langlebigstes Element des Informatikunterrichts gilt das algorithmische Denken. Im Zeitalter der Informations-Technologien ist ein Grundverständnis algorithmischer Prozesse für alle Schüler anzustreben. Doch wie erreicht man das, ohne dass der Unterricht zu einem Programmierkurs entartet? Hier bietet die an der ETH-Zürich entwickelte und mit dem European Academic Software Award 2002 ausgezeichnete Kara-Lernumgebung in didaktisch meisterhafter Weise Lösungen für verschiedene Anspruchsniveaus an. Kara ist ein Marienkäfer, der in seiner begrenzten Welt zwischen Baumstümpfen, Pilzen und Kleeblättern lebt. Er kann sich bewegen, Kleeblätter ablegen oder aufnehmen und Pilze verschieben. Sensoren ermöglichen es ihm, Baumstümpfe vor und neben sich, Pilze vor sich und Kleeblätter unter sich zu erkennen. Das ist alles. Kara kann nun auf verschiedene Arten gesteuert bzw. programmiert werden:

Das Buch enthält viele Beispielprogramme - vom Zweizeiler für ein chaotisches System bis zur universellen Turing-Maschine. Die Beispiele werden in ihrem theoretischen Kontext vorgestellt, so dass der Leser nebenbei Vieles über Automatentheorie, Nebenläufigkeit und Berechenbarkeit erfährt, alles in sehr anschaulicher Weise.

Das Buch richtet sich an Lehrer und Dozenten, Studenten und interessierte Schüler der gymnasialen Oberstufe. Die Lernumgebung ist ein Java-Programm und somit auf praktisch allen Betriebssystemen lauffähig, wobei mindestens eine Java-Runtime-Umgebung installiert sein muss. Für den Einsatz von JavaKara ist ein Java-Software-Development-Kit erforderlich. Von der Lernumgebung gibt es zwei Versionen. Die eher für den Lehrer gemachte Version allkara.jar enthält viele Beispielaufgaben mit Lösungen, die in der Schülerversion allkara-x.jar fehlen. Die Programmierumgebung und umfassendes Begleitmaterial inkl. vieler direkt im Unterricht einsetzbarer Arbeitsblätter können auf der Seite

http://www.educeth.ch/informatik/karatojava

frei herunter geladen werden.


(C) Horst Gierhardt, Zeitschrift Informatik-Spektrum Heft 3/04 (Juni 2004)